Hinterm Horizont gehts weiter........
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Verfasst am 23.01.2009 10:53:49 Uhr Yoga die Zweite..... „Wir setzen uns aufrecht hin, Knie angewinkelt, umschließen mit unseren Armen die Beine und schaukeln einige Male auf dem Rücken vor und zurück, wobei wir die gesamte Länge des Rückens nutzen bis zur Schulter“. Hm …. War das alles? Fühlt sich sehr angenehm an – ungewohnt angenehm. „Nach dem 6. Mal lassen wir die Füsse hinter dem Kopf und stellen die Knie rechts und links direkt vor der Schulter neben den Ohren ab“. ?????????? Wußte ich es doch. Das konnte es nicht gewesen sein. Irgendwas mache ich falsch. Meine Knie haben zwar die angegebene Position, aber irgendwie ist der Boden zum Abstellen noch ca. 1 cm von den Knien entfernt. Bodenwellen????
„Wer die Knie nicht auf den Boden bringt, öffnet die Beine etwas mehr, so dass der Bauch mehr Platz hat“. WIE BITTE???? BAUCH???? WOOOOO????? Offensichtlich scheint unerem Peiniger das Problem bekannt zu sein. Aber die genannte Lösung funktioniert nicht – ICH KANN KEINEN SPAGAT!!!! Dieser Blödmann, Idiot, Schwachmat ……. Ich glaube, der weiss gar nicht, von was er da redet. Sooooooo voluminös ist mein Bauch nun doch nicht. Also KANN das nicht die Lösung sein.
Während meine Knie immer noch in der Luft schweben (neben den Ohren), kommt massive Atemnot auf. Offensichtlich wird meine Lunge in dieser Stellung zusammengequetscht, so dass sich das Lungenvolumen drastisch minimiert. Während ich verzweifelt nach Luft schnappe, erinnere ich mich, dass ich dieselbe Übung vor ca. 20 Jahren ohne Probleme meisterte. Grübel ……. War der Bauch damals vielleicht doch etwas flacher? Na gut – kann schon sein. Aber doch nicht sooooo viel flacher. Immerhin kann ich im Stand noch ohne Probleme meine Füsse sehen. Das sind doch meine, oder???
Also – was ist geschehen? Während ich weiterhin verzweifelt nach Luft schnappe, erinnere ich mich an eine Aussage, die ich irgendwann mal vernommen habe. Im Alter schrumpft der Körper. Ach du Sch…… – ist es schon so weit? Bin ich wirklich schon so alt? Muss ja wohl. Schließlich hat sich der Abstand von Oberschenkel zum Knie um ca. 1 cm verkürzt. Das muss es sein. Eine andere logische Erklärung fällt mir nicht ein.
Na ja, auf der einen Seite sehr beängstigend, auf der anderen Seite wiederum tröstlich. Ich bin zwar alt geworden, aber der Bauch ist nicht so immens gewachsen, wie ich zunächst befürchtet hatte. Soll ich jetzt weinen oder lachen? Geht beides nicht, da ich mittlerweile Geräusche von mir geben, die einem nach Luft schnappenden Fisch kurz vor dem verenden ähneln.
Ich werfe einen Blick zu meiner Nachbarin. Und ich kann mir ein breites Grinsen nicht verkneifen (was aufgrund der Atemnot zugegebenermassen etwas schwer fällt). „Na, auch zu kurze Beine?“
„Wir lösen die Stellung langsam wieder auf, lassen unsere Füsse im Zeitlupentempo wieder auf den Boden vor uns gleiten und sitzen somit wieder aufrecht mit geradem Rücken und angewinkelten Knien.“
AAAAAUUUUUUAAAAA – der Schmerz setzt willkürlich und vollkommen unvorhersehbar ein. Mein Rücken löst sich in sämtliche Bestandteile auf – sofern noch welche vorhanden sind. Im gesamten Raum ist ein unterdrücktes Stöhnen zu hören. Der Trainer grinst. „Denkt daran, ihr macht das FÜR eure Gesundheit“. Das ich nicht lache – Schnösel – von meiner Gesundheit hast du ja mal gar keine Ahnung. Du ruinierst sie höchstens.
Wenn ich ja nicht die Schmerzen hätte, die ich gerade habe, würde ich ihn mit blossen Händen erwürgen. Da hat er noch mal Glück gehabt. Aber na warte ….. beim nächsten Mal ……
Das ist mein Ziel – in 20 Jahren. Sofern mich Atemnot und Knochenbrüche nicht zur Kapitulation gezwungen haben!!!

Verfasst am 20.01.2009 10:34:50 Uhr Yoga...............
Ärzte sind ja schön und gut – wenn sie hilfreiche Ratschläge haben (eher selten) oder gut wirkende Schmerztabletten (bedeutend öfter). Aber ……..
„Frau K., versuchen Sie es mit Entspannung. Versuchen Sie mal Yoga, testen Sie Pilates oder Jacobsen“. Nun ja, gesagt, getan. Nach zweijährigem Tablettenkonsum hatte ich einfach die Nase voll. Entspannung – ha, dass ich nicht lache. Wie um alles in der Welt soll ich entspannen? Kopf abschalten? GEHT NICHT!!! Dafür sorgen nervende und unfähige Arbeitskollegen sowie ein nörgelnder Mann an meiner Seite. „Musst du die Heizung im Wohnzimmer so hoch stellen?“ (Die Raumtemperatur beträgt 18°C, während sich in Küche und Flur die Eisblumen an den Fenstern bei Minusgraden tummeln – von Innen wohlgemerkt). „Warum hast du den Käse weggeworfen?“ (Weil er nach 3 Wochen Abstinenz im Kühlschrank eine Art Eigenleben entwickelt hat).
Aber – was tut man nicht alles – ab zum Yoga. ENTSPANNUNG!!! Dass ich nicht lache. Was ist denn bitteschön Entspannung beim Yoga? Ich vermute, es ist die Ablenkung aufgrund des Schmerzes, der sich breit macht, wenn man mühsam versucht, die Stellung möglichst perfekt hinzubekommen, die angeblich Entspannung bringen soll.
„Merkt Ihr, wie das Blut ungehindert durch eure Adern fließt und sämtliche Staus löst?“ Ja nee, is klar. Ich merke höchstens, dass meine bis dato kaum vorhandene Oberschenkelmuskulatur langsam den Geist aufgibt. Meine hintere Körpermitte trennt sich gerade von der Wirbelsäule, meine Schultern knacken gefährlich und meine Arme folgen gewaltsam der Schwerkraft in Richtung Boden. Entspannung! Jetzt weiss ich wenigstens, warum ich bisher dieses Körpergefühl gemieden habe – BEI DEN SCHMERZEN!!! „Diese Übung nennt sich „der Krieger““. Klar, bei mir wohl eher der müde Krieger. „Geniesst die Stellung „. 21 ….., 22……., 23……. *stöööööhn*…. „Und wir lösen die Stellung wieder auf und verharren mit geschlossenen Augen in der Berghaltung“. Tja, Herzchen, und wie mache ich das? Mein Körper gehorcht gerade nicht und findet momentan keine Lösung, wie er sich aus dem Krieger befreien soll – und das noch möglichst elegant. Ich werfe einen Blick in die schmerzverzerrten Gesichter meiner Mitleider – und bin ziemlich erleichtert, dass es ihnen offensichtlich auch nicht anders geht. Stöhnend und ächzend befreien wir uns aus der unmenschlich wirkenden Verrenkung. Wo vorher der Rücken war, befindet sich jetzt ein Brennesselnest. Wo vorher die Beine waren, lodert ein heftiges Feuer, welches verzweifelt darauf wartet, gelöscht zu werden.
Und wie sollen wir jetzt entspannen? Verzweifelt wird nach einer Haltung gesucht, die den Schmerz lindert. Wo gehört der Wirbel ursprünglich hin, der sich gerade in meinen Rücken bohrt? Wie renke ich die Schulter wieder ein, die sich gerade schmerzhaft nach vorne krümmt? Och nööö – Leute, wollt ihr mich veräppeln? Warum soll ich beim Lotussitz meine Füsse da positionieren, wo sie überhaupt nicht hingehören? Warum soll ich mein Oberteil 180° nach hinten drehen, während mein Unterteil seine angeborene Stellung behalten soll? Hab ich ein Schraubgewinde in der Mitte? Sind meine Knochen und Wirbel und all das Gedöns aus Gummi? Nä – sonst wäre ich ein Gummibaum und würde regelmässig gegossen und gedüngt (solange ich nicht für die Pflege verantwortlich wäre).
Also – Alles in Allem – Yoga hat nix mit Entspannung zu tun. Seltsamerweise macht die Knochendreherei mittlerweile trotzdem Spaß. Die Schmerzen haben nachgelassen, die Verrenkungen wirken fließender und die Beweglichkeit ist deutlich gesteigert worden. Der „Krieger“ wirkt nicht mehr so müde, die „Kobra“ schlängelt sich geschmeidig nach oben und der „herabschauende Hund“ entspannt wirklich.
Fazit: Nicht Entspannung hat mir geholfen sondern unnatürliche Bewegungen. Ich glaube, ich muss mal ein ernstes Wort mit meinem Arzt sprechen. War ja wohl ne totale Fehldiagnose – auch wenn es auf andere Art und Weise trotzdem geholfen hat!!

Verfasst am 21.12.2008 11:19:13 Uhr Tom Waits - Silent Night
Jedesmal, wenn ich diese Interpretation des allgemein bekannten Weihnachtsliedes höre, erscheint vor meinem geistigen Auge stets dasselbe komplexe Bild:
Eine alte, ächzende Windjammer hüpft über die rauhe See. Es ist Nacht, der Himmel erstrahlt im Glanz tausender Lichter (auch Sterne genannt). Ein sturzbetrunkener Seemann steht unsicher an der Reling, hält sich krampfhaft daran fest und versucht, trotz der hohen Wellen und der wackligen Beine einen halbwegs sicheren Stand zu finden, was nicht so einfach ist, da er dafür nur eine Hand frei hat. In der anderen hält er verkrampft eine halb leere Flasche Rum. Sein Blick schweift in die unendliche Weite des Horizonts (soweit in seinem angetrunkenen Zustand das Fixieren des Horizonts überhaupt möglich ist, da selbst seine Pupillen nicht mehr in der Lage sind, den Blick gerade und zielsicher in eine Richtung zu lenken).
Er fühlt sich in dieser Vorweihnachtszeit einsam, sehnt sich nach seiner Familie, nach Tannenduft und Kerzenlicht, nach Lebkuchen und Lametta. Um sich von seiner Traurigkeit abzulenken, schreit er seine Sehnsucht über das rauhe und weite Meer. Und ist alleine - mit seiner Flasche und seinen Gedanken.
Irgendwie mal was anderes als das typische Bild von Krippe, Hirten und Schafen. Und, wie ich finde, auch irgendwie realistischer (mal abgesehen von der Windjammer).
LIIT

Verfasst am 01.12.2007 20:41:51 Uhr Selig sind die geistig Armen.....
Ein Satz, der mir in diesen Tagen immer öfter durch den Kopf geht. Und mir stellt sich einmal mehr die Frage: Ist es im Leben von Vorteil, wenn man selig ist, oder aber hat man auch Nachteile dadurch? Ich bin mir noch nicht sicher.
In den letzten Wochen zermartere ich mir täglich das Gehirn, ohne auf ein nennenswertes Ergebnis zu kommen. Und ich ertappe mich dabei, dass ich diejenigen beneide, die alles, was ihnen im Leben widerfährt, mit einer Gelassenheit hinnehmen, die seinesgleichen sucht. Ist diese Gelassenheit nun als Dummheit, als Desinteresse oder aber als Resignation zu werten?
Na ja, ich glaube, es nützt auch nichts, sich darüber Gedanken zu machen. Es ist eben, wie es ist. Wenn man auf der einen Seite meint, ein Problem zu haben, auf der anderen Seite aber nicht den Funken einer Idee hat, wie man dieses Problem beseitigen könnte, ist es vielleicht am besten, die Zeit für sich spielen zu lassen. Entweder löst sich dieses Problem irgendwann in Luft auf, oder aber man findet per Zufall die Lösung. Also..... abwarten.
Es ist heute ein vollkommen neues Schreibgefühl hier. Ich bin umgezogen! Besser gesagt, ich bin innerhalb unserer bescheidenen Räumlichkeiten umgezogen. Noch besser gesagt - mein PC ist umgezogen. Schwierig, ich weiss. Aber jetzt ist es auf jeden Fall deutlich wärmer und gemütlicher. Ich nutze zukünftig unser neu gestaltetes "zweites Wohnzimmer" als "Büro". Und - ich habe dadurch auch wieder Musik. Zum Glück.
Somit sitzt der eine in der 1. Etage, um sich zu entspannen und Musik zu hören, während der andere in der 2. Etage derselben Tätigkeit nach geht. Und ich ertappe mich dabei, dass ich zeitweise meine Musik leiser mache, um zu hören, was meine andere Hälfte gerade hört. Wie zu erwarten war, sind es zeitweise dieselben Lieder.
Meine Füsse versinken in einem dicken Teppich (was zur Folge hatte, dass wir uns mit einem geliehenen Elektrohobel abrackern mussten, um die Türe knapp 3 cm zu kürzen). Aber - auch dieses Hindernis wurde erfolgreich überwunden. Bilder und Regale hängen (begleitet von den üblichen Flüchen meines Herrn und Gebieters). Kein Wunder - bei den Wänden. Man setze einmal den Bohrer an und erhalte ein Loch in der Grösse eines mittelschweren Kraters. Theoretisch könnte man das Bild also danach IN DIE WAND hängen anstatt darauf. Sollte ich mich irgendwann nicht mehr melden, wurde ich nach heftigen Debatten in die Wand gemauert (nachdem er zuvor die bewährte Bohrmaschine kurz angesetzt hat).
Am Rande sei erwähnt, dass ich gestern in den Genuß der ersten Weihnachtsfeier in der neuen Firma kam. Was soll ich sagen? Bisher hatte ich das Glück, in Firmen zu arbeiten, die es auf maximal 12 Personen brachten. Jetzt sind wir 60. Was logischerweise zur Folge hat, dass sich der Ausschuss von üblicherweise 95% anzahlmässig deutlich vermehrt hat. Somit lässt man diese Stunden über sich ergehen, giftet den einen oder anderen von Zeit zu Zeit an, trinkt sich ein paar Gläser Rotwein und ist glücklich, wenn das Desaster vorbei ist.
Wobei wir wieder beim Thema sind ...... selig sind.......

Verfasst am 17.09.2007 19:35:24 Uhr Die Leiden einer Frau.....
Was kann eine Frau zum Wahnsinn bringen? Nicht viel. Da fällt mir spontan ein Schuhgeschäft ein, welches die Schuhe, die ich haben möchte, nicht in meiner Grösse hat (Elbkähne führen wir nicht). Oder die Verkäuferin, die im Klamottenladen mit süffisantem Lächeln meine Grösse absichtlich 2 Nummern kleiner schätzt (blöde, schleimige Kuh, und was ist mit dem anderen Bein?) Oder die nette Arbeitskollegin am Montag morgen (Frau K., sie sehen heute wieder mal blendend aus!) Ja nee, is klar. Make up war alle, Pickel auf der Nase, Augenringe aufgrund zu hohen Alkoholgenusses am Abend vorher…..). Na ja, aber die Krönung ist …….. ein kranker Mann zu Hause.
Nein, Männer leiden nicht – sind ja Männer. Aber …… wehe, sie haben eine Erkältung. Hab ich das nicht kürzlich bei unserem Franky gelesen? Na ja, ich kam in den Genuss, männliche Härte live zu erleben. Wehleidiger Blick, lautes Stöhnen (verbunden mit ebenso lautstarkem Schniefen und Husten), von nächtlichen Schnarchanfällen ganz zu schweigen. "Ich glaub, ich hab Fieber". Blick auf das Thermometer ..... 36,5 Grad - dem Tode nahe!!!! Noch Fragen?
„Soll ich dir einen Tee machen?“ „NEIN“! „Hast du Hunger?“ „NEIN“! „Soll ich dir…..?“ „NNNEEIIIINNN“!!! Es ist zum Verzweifeln. Nix wollen sie – weil ….. sie wollen leiden. Nix kann man richtig machen. An allem nörgeln sie rum. Ignoriert man sie letztendlich, weil man mit seinem Latein am Ende ist, sind sie beleidigt. Ja, was denn nun? Bemuttern, bemitleiden und pflegen oder ignorieren? Alles scheint nicht unbedingt das Richtige zu sein. Die heisse Zitrone ist zu sauer, der Tee ist zu heiss, die Nachbarkinder und das vorbeifahrende Motorrad zu laut, und überhaupt …… Hunger hat er nicht, weil ….. er ist ja krank!!!
Einzig mein Vorschlag, ihm einen Grog zu bauen, fand nach einigem quängelnden Zögern Anklang. Na also, geht doch. Warum nicht gleich so. Allerdings empfand ich die Antwort auf meine gut gemeinten Ratschläge …. „…. Seit wann bis du Ärztin…?“ ziemlich frech. Vor allem, wenn sich besagtes Subjekt nicht zum Arzt bewegt (ist ja nur was für Weicheier). Ja,ja ……… wat war dat schön, als ich anstatt nem Mann nen Hund hatte………

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